Die Standesbeamtin

Februar 16th, 2011

Eine Hochzeit ist eine ganz besonders, feierliche Angelegenheit. Wer tatsächlich davon ausgeht, dass im Bund des Lebens auch ein Bund geschlossen wird, der an Tiefe und Langlebigkeit mit keinem anderen Bund, den man sonst noch im Leben eingeht, vergleichbar ist, der sieht die Eheschliessung als etwas Heiliges an. Dabei ist es gleichgültig, ob dies in einer Kirche oder auf dem Standesamt geschieht.
Die Sympathien manch eines Ehekandidaten für seine Zukünftige reichen allerdings manchmal gar nicht sehr weit.

Schliesslich hat es ja schon den Fall gegeben, dass ein Ehekandidat während der Zeremonie der Eheschliessung von der Standesbeamtin kein Auge liess.

Dabei lauschte er mit Sicherheit ihren Weg weisenden, eingängigen Worten. Aber manch einer hat sich dabei auch schon gedacht: Vielleicht sollte ich besser die Standesbeamtin heiraten als die Braut hier neben mir.

Wir haben uns in den letzten Wochen so viel gestritten, und ausserdem wollte ich damals sowieso lieber ihre Freundin Petra.

Aber die hatte ja schon den Paul. So blieb dann nur noch die Suse übrig. Die wollte aber eigentlich auch lieber den Heinz haben.

Am Ende waren wir beide dann übrig. Ja, und heiraten sollte man irgendwann vielleicht schon. Auf jeden Fall ist es ratsam, um im Alter nicht allein zu sein.

Aber die Standesbeamtin gefiele mir doch besser, Sie hat auch keinen Ring auf dem Ringfinger.

Vielleicht kann man doch noch die Standesbeamtin heiraten.

Ist es jetzt zu spät?

Oder soll ich mal schnell Zigaretten holen gehen, und dann die Eheschliessung verschieben lassen?  :)

OK, das sind nun Geschichten, die das Leben eigentlich nicht oder selten schreibt.

Der Standesbeamte

Schlagwörter: Trauung

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